Die elektrischen Rh. B Lokomotiven der ersten Generation Ge 2/4 No 201 - 207
. Ge 4/6 No 351 - 355, 301, 302 und 391
Es ist faszinierend, mit wie viel Pioniergeist die Schweizer Lokomotivfabriken die unterschiedlichsten Ma-schinen für die Rhätischen Bahn gebaut haben. Mit Mut und Ausdauer wurden technisch komplexe Loko- motiven entworfen und konstruiert. Anbei habe ich eine kleine Auswahl zusammengestellt, Informationen zu den beiden oberen Maschinen Ge 2/4 und Ge 4/6 findest Du im Kapitel der Engadin Bahn.
. Krokodil Ge 6/6 No 401 - 415
Das Krokodil, eine Legende. Für die Umstellung von Dampf- auf den elektrischen Betrieb bestellt die Rhä-tische Bahn 1921 sechs Krokodillokomotiven. Es sind formschöne Ge 6/6 Maschinen mit den Nummern 401 - 406. Eingesetzt werden sie hauptsächlich für den schweren und hochwertigen Zugdienst am Albula. Bis 1929 folgen weitere neun Exemplare und verdrängen endgültig die letzten Dampflokomotiven.

Auf dieser einmaligen und privaten Aufnahme erhält die Krokodillok 402 seine letzten Details. Es fehlen
die Pantographen, Schei-ben, Laternen, Schläuche, Anschriften usw. Leider
fehlt der Fotokarte einen
Hinweis auf das Aufnah-medatum und in welcher Montagehalle sich die Lok befindet. Als Attraktion
steht das Kroki heute im Verkehrshaus der Schweiz.

Hier wartet die 402 einen
Gegenzug ab. Ich erinnere mich noch heute an viele
Abenteuer im Stückgut-
güterzug. Meistens ist ein Krokodil vorgespannt und von Thusis nach Samaden
rangieren wir an jeglicher
Station. Gelegentlich muss
unser Krokodil den entge-genkommenden Verkehr abwarten oder wir werden von einem Schnellzug über
holt. Bei höheren Tempi genossen wir den typischen
Klang der Getriebestangen.
. Mitropa Speisewagen Dr 10
In den Jahren 1929-1930 beschafft die Mitropa drei als Dr4ü 10-12 bezeichne-te Speisewagen für den Ein
satz in Luxux Schnellzügen. Auf diesem seltenen Photo befindet sich Wagen No. 10 kurz nach der Auslieferung auf der Durchfahrt in Be-vers. Geliefert wird er von der Wagenfabrik Schlieren. 1949 werden die Mitropas von der Rhätischen Bahn ersteigert und sind immer noch im Einsatz unter der Bezeichnung WR 3810-12.
Zwischen Bergün und Preda überquert die Ge 6/6 No 411 mit Personenwagen der ersten Generation den Albula Viadukt III. Ausnahmsweise habe ich eine Reproduktion des BVA Verlages veröffentlicht (und es folgen noch drei weitere), da mir diese Aufnahmen besonders gefallen. Der Standort ist bestens gewählt, der Zug perfekt im Bild und durch die schöne Tiefenschärfe entsteht ein drei dimensionaler Effekt.
Auch diese Aufnahme ist fotographisch ein Juwel, es wurde in den letzten Abendstunden aufgenom-men. Dabei kommen die Getriebestangen und die Pantographen des Kroko-dils 403 sehr schön zur Geltung. Der Zug macht in Bergün einen kurzen Zwischenhalt, bevor dieser weiter talabwärts nach
nach Filisur fährt. Gem. BVA Verlag entsteht das
Bild in den 40er Jahren
Auf der Engadin Bahn verkehren sieben Loks der
Ge 2/4 Serie mit den
Betriebsnummern 201 - 207. Die 207 befindet sich im Originalzustand im Verkehrshaus Luzern, die No 206 als Denkmal bei Fribourg, die No 205 wartet auf die Renovation durch den Club 1989 in Bergün und die No 204, heute No. 222 pflegt die Rh.B als historische Lok.

Das ist eine schöne Frontansicht der Ge 2/4 221. Die Lok hat ursprünglich die Nummer 203 und wird in den Jahren einige Male modernisiert. Zusammen mit der 222 leistet sie viele Jahre Vorspanndienste für die schweren Albulabahn-züge ab Filisur. Nach einem Getriebeschaden im 1993 sieht der Rollmaterial Einsatzleiter keine Verwendung mehr für die Lok, deshalb bricht man sie 1998 später ab. Der intakte Motor erhält die reparaturbedürftige Schwester-Lok 222.
Der erste August 1952 ist ein schwarzer Tag, als der Nachmittags Schnellzug
bei Bever entgleiste. Nebst der Lok 221 sowie der Ge 4/4 No 602 springen die ersten drei Personenwagen aus den Schienen. Die No 602 kippt auf die Kantons strasse, die Lok 221 fliegt regelrecht aus der Kurve und bleibt in einer Matte stecken. Bei diesem Unfall erleiden 26 Personen teils erhebliche Verletzungen.
1973 wird die Lokomotive Ge 4/6 351 ausrangiert.
Mit der Zeit zu störungs-anfällig stationiert sie die
Rhätische Bahn bis 1977 im Depot von Disentis. In den Jahren erhalten diese
Loks viele Verbesserungen; eine Rekuberationsbremse, eine Kompoundschaltung,
einen Stufenschalter, eine Sicherungssteuerung sowie eine Zugsicherung. Als ers-te Lok im Kanton hätte sie eigentlich einen Ehrenplatz
im Bahnmuseum verdient.
Dieses Photo gefällt mir besonders, aufgenommen in den sechziger Jahren. Blick frei auf den Zug. Heute ist das nicht mehr möglich, denn wegen der Bahnhofhalle fehlt das Sonnenlicht und die er-höhten Perrons verdecken die Räder des Zuges. Für den Bahn-Photographen ist diese Sujet mit vielen verschiedenen Personen-wagen und dem Krokodil 406 besonders attraktiv.
Mit den antiken Wagen
der ersten Stunde ist das Reisen nicht unbedingt ein Luxus. Die Holzbänke der zweit- und dritten Klasse
sind hart, die Federungen minim und der Lärmpegel
meist hoch. In den Winter
pfeifft dann auch noch ein kalter Luftzug durch die Wagen. Allerdings fahren
die Züge moderat, der Zu-
stand des Trassees lassen hohe Tempos nicht zu. Auf diesem Photo steht vorne der Zweitklassewg. B2109.
. Ge 4/4 I No 601 - 610
Die Ge 4/4 I sind die ersten Rhätischen Bahn Loks ohne Stangenantrieb. 1947 liefert die SLM vier Ma-schinen mit den Betriebsnummern 601-604.. Hauptsächlich im Schnellzugsdienst eingesetzt bewähren sie sich so gut, dass weitere sechs Loks bestellt werden. In untergeordnete Dienste verdrängt werden sie mit der Auslieferung der Ge 6/6 und der modernen Ge 4/4 II Lokomotiven.
Es lebe die Vielfältigkeit. Bei diesem Personenzug werden die Wagen bunt
zusammengestellt, kein Personenwagen passt zum
Anderen. Auch farblich bietet die Komposition so Manches: Grüncrème, Grün, Rotcrème, Salon-wagen, moderner Leicht-bauwagen, alter Vierach-ser, Postwagen,. und als Vorspann eine Ge 4/4.. Der Zug überquert den
Soliserviadukt talabwärts.
Eine weitere schöne An-sichtskarte veröffentlicht der BVA Verlag von der
Einfahrtskurve unterhalb von Disentis. Die Ge 4/4 wurde kürzlich ausgelie-fert und sieht optisch fantastisch aus. Sehr gut gefallen mir die beiden Glasfenster an der Seite des Lokkasten. Die ersten beiden Wagen verkehren weiter über den Oberalp, sie gehören zum Wagen-park der Furka Bahn.
. Ge 6/6 No 701 - 707
Beim Bau der Bergeller Kraftwerke benötigen die Rhätische Bahn starke Zugkräfte. Die Lösung sind die Ge 6/6 Lokomotiven, welche die schweren Betonzügen (Mohrenköpfe) den Albula hochziehen. Die Curia und Raetia sind die Prototypen dieser starken Maschinen mit Baujahr 1958. Weitere fünf Loks folgen 1965. Nach über sechzig Jahren im Dienst wird die Raetia abgebrochen, die Zukunft der anderen sechs Lokomo-tiven ist ungewiss. Sie sind zur Zeit vor dem Lokdepot in Landquart abgestellt.
*** Von Tirano nach Zermatt, eine historische Bahnreise ***















