Der eingewanderte Holländer Jan Willem Holsboer beruft 1872 ein Initiativkomitee zum Bau einer Eisen-bahnverbindung von Landquart nach Davos ein. Das erste Projekt sieht eine Normalspurbahn vor, die aber nicht finanzierbar war. 1886 legt Willem eine neue Studie vor, diesmal eine Schmalspurbahn. Im Frühling
1887 wird die Konzession erteilt und und ein Jahr später in Basel die Landquart - Davos Bahn gegründet. Im Juni 1888 beginnen die Bauarbeiten, am 21. Juli 1890 erreicht bereits der erste Zug Davos. Diese frühe Jugendstilkarte dokumentiert das Dorfzentrum und das Bahnhofareal von Landquart.

Die ersten fünf Dampfloks bestellt die Landquart Davos Bahn bei der SLM. Es sind leichte Maschinen mit den
klangvollen Namen Rhätia,
Prättigau, Davos, Engadin und Flüela. Zusätzliche drei Lokomotiven, die Landquart, die Chur und Thusis folgen 1896. Sie werden auf der neu eröffneten Strecke von Landquart nach Chur und weiter bis Thusis eingesetzt.
In Landquart befinden sich die Rh.B Hauptwerkstätte.
Auf dieser Übersichtskarte von 1905 erkennen wir die
Bahnhofsanlagen mit dem SBB Empfangsgebäude, den Güterschuppen, das Hotel Landquart und das Dorf. Eine gedeckte Galerie von der Bundes- zur Rhätischen Bahn dient den Reisenden bei schlechtem Wetter. Soeben verlässt ein Regionalzug den
Bahnhof in Richtung Chur.
Das ist ein sehr schönes Foto des belebten Bahnhofs Land-quart mit dem gleichnamigen Hotel. Schon bald wird der Davoser Zug einfahren. Bahn
angestellte laden einige Reise- koffer, Körbe und Kisten von übernachtenden Gästen auf die bereitstehenden Gepäck-wagen. Dieses Photo habe ich in Portugal erworben; es ist mir ein Rätsel, wie es dorthin gelangen konnte.
Lithographien ermöglichten früher eine industrielle Fer-tigung von Drucksachen zu niedrigen Preisen. Das nutzt auch die Landquart - Davos und die Rhätische Bahn aus und druckt damit Fahrpläne und Werbeunterlagen. Gruss
aus den Schweizer Bergen. Man bezeichnet sich als die höchste Adhäsionsbahn in Europa, als Massstab gilt Davos Wolfgang mit 1633 Metern
Eine einzigartige Karte hat dieser unbekannte Verlag in seinem Sortiment. Die Colo-
rierung entspricht nicht der Realität, es gibt doch keine schwarzen Personenwagen! Der Retoucheur färbt den Wald undefiniert ein und er bastelt an den Proportionen rum. Aber eigentlich ist die Ansichtskarte stimmig und selten findet man eine Land quarter Bahnhofskarte mit Zug.
Der erste Halt ist Malans. Köbi macht seinem Bruder eine Freude und schickt ihm mit dieser Photokarte einen Gruss. Malans ist bekannt wegen seinen Weinen und in der Region wird auch Obst produziert. Interessant ist die runde Aufnahme rechts. Die Mallet G 2/2 + 2/3 mit der Nummer 24 zieht den Zug in Richtung Davos. Sie wurde zukunftsweisend auf den Namen "Chiavenna" getauft.

Die schmale Klus kennzeichnet den Eingang ins Prättigau. Ein langer Zug befindet sich in der Schlucht, vorgespannt ist eine der beiden Mallet Dampflokomotiven vom Typ G 2/2 + 2/2. Man gab ihnen die Namen Scaletta und Al- bula. Die Maschinen werden anno 1891 von der Münchner Firma Maffei geliefert und sind stärker als die kleinen Tenderlokomotiven vom Typ G 3/4. Diese kommen auf den steilen Rampen zwischen Kloster und Davos an ihre Gren- zen. Das sie nonstop im Einsatz sind, wird der regelmässig erforderliche Unterhaltungsdienst vernachlässigt. In Folge gab es regelmässige Zugsausfälle.
Die heimische Papeteria in Tavanna Schiers veröffent-licht eine schöne Karte vom Bahnhof. Er ist von grünen
Wiesen und vielen Obstbäu-men umgeben, das Prättigau
wird landschaftlich genutzt und ist gänzlich unverbaut. Ein kleiner Personenzug mit einer G 4/5 fährt weiter in Richtung Klus, nachdem er den Kreuzungszug abgepasst hat. Im Jahr 2021 brennt das Bahnhofgebäude wegen eines Brandanschlags nieder.

Am 14. Juni 1910 sucht ein
Jahrhundert- Hochwasser
das Prättigau heim. Die
"Landquart" reisst fünfzehn Brücken weg, so dass Bahn und die Strasse längere Zeit unterbrochen werden. Grobe
Regenfälle und der Föhn, welche die Schneemassen in den höheren Bergen schnell schmelzen lassen, lösen die grossen Ueberschwemmung aus. Dieses Dokument zeigt das zerstörte Trassee zwi-schen Fideris und Dalvaza.
Die Gleisanlagen in Jenaz werden verwüstet. Gimpflich davongekommen ist die klei-ne Station Sie übersteht das Hochwasser unbeschädigt.

Der Bahnhof von Fideris empfängt die Kurgäste des
Bades mit einem herrlichen
Welcome Blumenschmuck Diese Anlage entwickelt sich um die Jahrhundert-wende zu einem bedeuten-den Mineralbad. Das Ho-tel beherbergt bis zu drei-hundert Personen, hat eine eigene Bäckerei und an Sonntagen vergnügen sich die Gäste mit dem Kur-orchester bei Tanz, Musik und froher Geselligkeit.
Diese Fotographie wird in Küblis aufgenommen und dokumentiert verschiedene Sparten des Bahndienstes
Es ist ein privates Photo; eher eine Erinnerung und weniger als Postkarte für den kommerziellen Ver-sand gedacht. Der Turm befindet sich bei der Aus-fahrt in Richtung Fideris und dient den Männern
als Depot. Daneben steht die ehemalige Lokremise.
Von Landquart nach Küblis
ist die Steigung ausgewogen, danach folgt der steile Part von bis zu 44 Promille nach Klosters. Das heisst für die Dampfloks; Wasser fassen und Druck aufbauen. Recht vom Bahnhof ist der Turm der obigen Photographie zu
erkennen, links befindet sich das Bahnhofrestaurant. Es steht noch heute. Die Felder dahinter sind alle unbebaut.
Die Katastrophe von 1910
verwüstet die Bahnbrücke
bei Dalvazza. Noch vor der bevorstehenden Sommersai-
son möchte die Rhätische Bahn die Bahnstrecke mö-glichst schnell wieder in Be-
trieb nehmen. Dieses hoch gesteckte Ziel wird erreicht Bereits sieben Wochen nach dem Hochwasser kann der durchgehende Verkehr auf der provisorisch reparierten Bahnstrecke aufgenommen werden.
Zur Pension Schweizerhaus
in Klosters "Dörfli" gelangt
man am einfachsten mit der Bahn. Stille und Erholung erwarten die Feriengäste in einer herrlichen Umgebung, eine Wanderung in die Berg-welt ist ein Genuss. Mir ge-fällt diese Jugendstilkarte;
mit Sorgfalt gestaltet und schönen Sujets fotographiert. Abgestempelt wird diese im Winter 1904 und seltsamer-weise nach Davos geschickt.

Nach zwei Stunden erreichen die Fahrgäste den Bahnhof von Klosters, für die Weiter-fahrt nach Davos dauert es nochmals eine Stunde. Neben dem im Chalet Stil gebauten Bahnhof wartet eine Mallet Auf der Aufnahme rechts
überquert die Bahn die Fach-werkbrücke, welche um 1889 gebaut wurde. Sie wurde bis zum Bau des neuen Bahnhofs
sowie der Streckenverlegung von 1931 benutzt.
Ein Zug von Davos erreicht Klosters. Vor der Landquart-Davos Bahn ist Klosters ein kleines, beschauliches und ruhiges Dorf. Mit der Eisenbahn wird dann der Tourismus angekurbelt, davon profitiert auch das beim Bahnhof im Jahr 1880 gebaute "Grand Hotel Vereina". Es war damals das meistbesuchte Etablissement mit modernster Ausstattung. 1900 verfügt es bereits über einen Lift, Vestibül, Tennis- und Croquetplätze, eine Wandelbahn und eine schon 1884 installierte Zentralheizung. Klosters ist vor allem als Luftkurort bekannt und wurde intensiv als Destination für einen Kuraufenthalt für alle Krankheitsformen beworben.
*** Von Tirano nach Zermatt, eine historische Bahnreise ***












