
Der Triebwagen Nummer 22 zieht einen Drittklassewagen der Serie C 111-114 und einen Aussichtswagen bei angenehmen Sommerwetter in die Montebello Kurve. Der Triebwagen wird 1911 ausgeliefert. Zusammen mit der Nummer 21 und 23 hat er im Vergleich zu den anderen Motorwagen einen etwas längeren Wagen-kasten mit einem mittigen Gepäckabteil. Heute verkehrt er noch als historischen Fahrzeug.
Diese Ansicht entsteht kurz nach dem Zusammenschluss mit der Rhätischen Bahn, noch trägt der BCe4 das Email-Schild mit der Nummer 11. Davor markiert das Andreas Kreuz seit 1925 den Bahnübergang.. Der Autoverkehr ist 1967 spärlich. In den frühen Jahren konnten Gäste bei guten Winterverhältnissen bis zur Kurve mitfahren und per Schlitten zu-rück nach Pontresina rodeln.
Der optimale Karteneintopf von Albert Betty Bossy Man nehme Gebirge mit Gletschern, vier schlappe Baumstämme, einen Triebwagen 15 mit Lokführer, Schiene und Schotter. Vorsichtig mixen und den BCe4 noch mit Stromabnehmer ergänzen. Fertig ist das Kunstwerk und versprüht trotz Gebastel einen
Charme. Die Berninabahn wählt das Sujet für das Titelbild des Streckenfahrplans im Jahr 1938. Der Motorwagen war ursprünglich mit der Nummer 13
benannt, wird aber 1921 wegen der unbeliebten Zahl auf 15 geändert.
Zwischen Morteratsch und der Montebello Kurve liegt im Nadelwald versteckt ein Juwel, die Wasserfälle des Berninabaches. Es rauscht gewaltig, wenn im Frühling das Schmelzwasser den Berg hinunter fliesst. Für den Fotographen sind die Fälle ein schönes Motiv, ein Zug ge-hört dazu. Hier überquert eine Crème Schnitte mit Anhang den elegant gemauerten Torbogen
zur Montebellokurve.

Super Karte: In Morteratsch wartet der neu ausgelieferte Motorwagen Nummer 10 auf die Abfahrt nach Pontresina. Vorerst ist hier Endstation. Diese Region ist eine ausserordentlich schöne Ausflugsdestination, sei es der attraktive Berninawasserfall, der bekannte Morteratschgletscher, der wunderbare Wald in Richtung Surovas oder die steile Wanderung hoch zur Bovalhütte. Und das Panorama welches von der gegenüberlie-genden Talseite aus betrachtet werden kann, ist wie schon erwähnt, definitiv eines der Schönsten dieser Welt.
Die Engadin Press photographiert den BCe 4/4 No. 10 kurz nach der Auslieferung 1908. Es ist Sommer und das Restaurant Morteratsch hat für seine wenigen Gäste die grossen Sonnenstoren ausgefahren. Der Lokführer hat die Lyrabügel
seines Triebwagens bereits für die Rückfahrt vorbereitet, jetzt muss er nur noch das Schild wechseln. Das Restaurant wurde Jahre später in Restaurant du Glacier unbenannt.
Ein Spaziergang auf Skiern geht leichter mit Stock, zwei Skistöcke wären besser. Heute muss man zur Gletscherzunge ein Weile wandern,
früher war der Fussweg wesentlich kürzer. 1857 fliesst der Gletscher bis zur Höhe Bahnstation, seit den ersten Messungen von 1878 hat sich das Eis bereits um zwei Kilo-meternn zurückgezogen Sehr schön und professionell ist die Belichtung. dieser Aufnahme.
Die noble Reisegruppe hat 1907 die Grotte des Gletschers erreicht. Es fährt noch keine Berninabahn, des-halb wurde eine eigene Kutsche für den Ausflug gebucht.... und für eine
Session auch den Fotographen."We did it". Somit werden Freunde und Verwandte beeindruckt sein von ei-nem aufregenden Abenteuer in der Schweiz. Zurück in Morteratsch
gönnt man sich eine Stärkung und der Tag bleibt in bester Erinnerung.
So hat Morteratsch vor der Ber-ninabahn ausgesehen. Natur pur, keine lauten Motorengeräusche der ABe Triebwagen, keine unan-genehmen Geräusche der Güter-wagen, keine lauten Stimmen von der Restaurantterrasse des Hotels
Photoglob hat von der gegenüber-liegenden Passstrasse eine schöne Gletscherwelt aufgenommen, ca. um die Jahrhundertwende. Bald werden die ersten Bauarbeiten be-
ginnen und damit hat die Region touristisch eine blühende Zukunft.
Der Bergführer Valetin Kessler eröffnet 1875 in der Nähe der heutigen Unterkunft einen kleinen Verkaufstand. Er erkennt das touristische Potenzial und zwei Jahre später baut er eine Unter-kunft für Reisende und Familie. Mit der Planung der Bernina-
wird sie von 1905-1910 ausge- gebaut und vergrössert. Soeben verlässt ein BCe4 mit Anhänger den Bahnhof nach Pontresina.
Einige Jahre später ist viel los im Restaurant du Glacier. Kaiser Wilhelm und auch der russische Kronprinz schlürften hier Tee. 1929 dreht der Regisseur Arnold Fanck das deutsche Bergfilmdrama "Die weisse Hölle am Piz Palü" mit Gustav Diesel, Leni Riefenstahl und Ernst Petersen in den Hauptrollen. Der Stummfilm
zeigt beeindruckende Aufnahmen von Gletschern, Lawinen, Herzschmerz, abstürzenden Bergsteigern und dramatischem Finale. 1930 folgt eine englische Tonfilmfassung unter dem Titel The white hell of Piz Palü.
*** Von Tirano nach Zermatt, eine historische Bahnreise ***








