Das ist vermutlich die meist verkaufte Ansichtskarte der 1910 ausgelieferten Schneeschleuder R1051 Die Maschine glänzt auf einer ihrer ersten Testfahrt in frischer Farbe. Die Schwester R1052 folgt zwei Jahre später, zur selben Zeit wird auf dem Hospiz eine gedeckte Drehscheibe errichtet.
Das Wintergespann räumt die Geleise frei. Nebst den Schnee-massen fordern auch grössere Verwehungen oder Lawinen das
Bahnpersonal. Und der Winter kann gefährlich sein. Ein sehr schweres Unglück ereignet sich 1920 bei der Lagalp, als eine Lawine die Schleuder erfasst.
Der aus den Überdruckventilen austretenden Dampf der um-gekippten Schleuder wurden acht Personen zum Verhängnis.
Die Schneehöhen können im-mens sein, meterhoch türmen sich die Schneemassen entlang der Strecke. Mit den zweiein-halb Meter Durchmesser des Schleuderrad können Schnee-höhen bis maximal drei Meter bewältigt werden. Dabei dreht sich das Rad bis zu 170 Mal
in der Minute. Beim Anblick eines solchen Bildes darf man sich schon fragen, aus welchem Grund der Winterbetrieb durch-gehend aufrecht erhalten wurde.
Im Gegensatz zu den Dampf- schleudern auf dem Stammnetz der Rhätischen Bahn können die
Berninabahn Schleudern selbst- ständig fahren. Gut so, denn die Berninabahn hat keine von der Oberleitung unabhängigen Trieb fahrzeuge in Besitz. Diese Auf-nahme zeigt eine der Schleuder bei der Arbeit mit Blick auf den gekoppelten zweiachsigen Tender
Der Christof Meissner Verlag photographiert die R 1051 bei
der Station Bernina Ospizio.
Die Rückseite dieser Postkarte
finde ich attraktiv gestaltet. Eine schön geschwungene Handschrift, fantasievoll geklebte Briefmarken, welche mit Sorgfalt gestempelt werden sowie einen Stempel des Belvedere Restaurant Alp Grüm. Im Juni 1914 macht sich die Karte auf den Weg nach Paris.
Dies ist die Werbepostkarte, welche im SLM Eigenverlag herausgegeben und mit den technischen Details beschriftet wurde. Die Karte vermittelt einen übersichtlichen Einblick in das komplexe Innenleben und den markanten Dampfkessel. Ursprünglich wurden verschiedenste Arten von Räumungssystemen entwickelt, um 1890 setzt sich das Leslie-System der Einradschleuder durch.
Nachdem das Gleis vom meter-hohen Schnee befreit worden ist, fährt der BCe4 Triebwagen fünf durch den entstandenen Kanal. An der Mauern sind die Spuren des Räumers X1002 deutlich zu erkennen; mit seinen verstellbaren Flügeln hat er den Durchgang verbreitert. Nun hat Photograph Albert Steiner ein Problem; wo
will er hier wieder einsteigen?
Der Stationsvorstand hilft mit und schaufelt den Weg zum Büro frei; hier oben schneit es einfach mehr als anderswo. Im Bahnhof befindet sich eine der beiden Ge 2/2 Loks mit den Nummern 61 und 62. Seit dem Jahr 1911 im Einsatz braucht man sie nebst Dienst- und Rangierfahrten als Vorspannloks für schwere Züge. Auf Ansichtskarten werden die beiden Loks selten fotographiert.
Das ist die Schleuder R1052 von 1912.. Später erhalten die beiden
Fahrzeuge die Bezeichnung R 13 und R 14, 1950 werden sie in Xrotd 9213/9214. umgetauft.
Die Bezeichnung X rot d setzt sich zusammen aus:
X = Dienstfahrzeug
rot = rotierend,
d = dampfgetrieben.
Für die Bedienung der Schleuder sind vier Personen erforderlich, bestehend aus dem Lokführer, Heizer, Bahnmeister und dem Spurpflugbediener.
Aufgrund schwieriger Umstände während des zweiten Weltkrieges
gliedert die Rhätischen Bahn im Jahr 1943 die Bernina Bahn in ihren Betrieb ein. Die Triebwagen erhalten neue Betriebsnummern
und ein farblich neues Outfit; oben créme und unten grün. Auf Gleis 2 steht BCe4 35, ehemals 10, daneben wartet der BCe4 34 ehemals mit der Nummer 4. Die beiden Fahrzeuge sind noch heute
fahrtüchtig. Vor der Station ist mein Lieblingsauto parkiert: der unverwüstliche Herbie vw Käfer.
*** Von Tirano nach Zermatt, eine historische Bahnreise ***











