Nachdem die Reisenden das liebliche Val Bever durchfahren haben, folgt an dessen Ende eine enge Rechts-kurve und der Zug erreicht den Bahnhof. Das Engadin offenbart sich in seiner Weite und man hat nun das Gefühl, sein Ziel erreicht zu haben. Die Aufnahme ist aus der Zeit des vollumfänglichen Dampfbetriebes.
Für diese Ansichtskarte wählt der Verlag Mathe eine dunklere bräunlichere Colorierung aus. Er fotographiert Bevers in Richtung des Piz Surlej und Piz Rosatsch. In der Ebene fährt die Engadin Bahn, rechterhand vom Bahnhof trennt sich die Albulabahnlinie
nach Spinas. Obwohl das Dorf
gut durch die Rhätischen Bahn
erschlossen ist, hat sich hier der Tourismus eher dezent entwickelt
1943 wird Bevers das S entzo-gen, neu heisst es nur noch Bever.

Ich vermute, dass dies eine der ersten offiziellen Ansichtskarte des Albulabahn - Betriebes sein könnte. Im Bahnhof räuchelt die G 3/4 No 1 Rhätia vor sich hin. Wie der Dampflok Fan im Bilde ist, fährt sie noch heute als erste Lok Graubündens. Ihr sind zwei gut besetzte Personenwagen und ein Niederflur Güterwagen an-gehängt. Architektonisch gleicht das Bahnhofgebäude demjenigen von Samedan.
Jahre später veröffentlicht der Künzli Tobler Verlag eine Karte
zusammen mit der Engadin und der Albulabahn. Die Bahnhof- geleise sind bereits elektrifiziert,
von Zuoz her ist ein Testzug mit der neuen Ge 4/6 No. 352 ein- getroffen. Auf Gleis 1 überprüft der Lokführer der G 4/5 seine Dampflok. Nach strenger Berg-fahrt den Albula hoch muss sie nachgeschmiert werden. Anfangs wechselten Reisende hier den Zug
in Richtung Scuol und Chur.
Für den neuen Bahnhof können sich die Ingenieure das am bes- ten geeignete Gelände aussuchen, es ist genügend Platz vorhanden. Nebst dem Aufnahmegebäude und gängigem Güterschuppen
entsteht ein kleines Restaurant, und auf der anderen Strassen-seite das kleine heimelige Buffet Crasta Mora. Bereits ein Jahr später nach der Albula Bahn- Eröffnung, wird die Ansichts-karte nach Unterkulm gesendet.

In diesem gemütlichen Buffet würde ich mich gerne hinsetzen, die Sonne geniessen und einen leckeren Apéro bestellen. Hier könnte ich das Geschehen auf dem Bahnhofplatz beobachten, mich mit anderen Gästen über
deren Ferienerlebnisse unterhal-ten oder von Locals Neuigkeiten vom Dorf erfahren. Wenn dann noch ein Dampfzug vorbeifährt, so ist ein Tag wie dieser perfekt. Beretta e Luzzi hat Joh. Jost's Buffet sehr schön aufgenommen.
Blau ist eine schöne Farbe, aber hier hat Wehrli eindeutig über-trieben. Vermutlich sollte dabei die winterliche Stimmung beson-ders hervorgehoben werden, aber das Ergebnis ist ziemlich düster. Dem Engadin-Express ist eine G 4/5 Dampflok vorgespannt. Wie unverbaut die weite Ebene in Richtung Samedan ist; keine Strasse, Strommasten, Gebäude, kein Flugplatz, nur Natur pur.
Eisenbahn - Romantik! Munter fährt die Bahn durch das tief-verschneite Val Bever. Bald wird der Zug die Station Spinas und damit das Einfahrportal des Al
bula Basistunnel erreichen. Bei den tiefen Temperaturen kommt die Rauchfahne der G 4/5 Lok besonders zur Geltung. Ausser einigen wenigen Landwirtschaft Gebäuden ist das Val spärlich besiedelt. Der Zug ist nahe der Wegbrücke am Eingang des Tals
"Station Spinas im Beversertal"; so steht es auf der Karte angeschrieben Allerdings handelt es sich hier um Preda, anhand der Bergkette und den drei Bahngleisen ist das ersichtlich. Gemütlich und die Hände in den
Hosentaschen beobachten die Herren, bis das Frolein ihre Päckchen erhalten hat. Eilig hat's hier niemand.
Hier befinden wir uns definitiv in Spinas. Die interessante An-sichtskarte, aufgenommen vom Rhätischen .Bahn Photographen
Anton Reinhardt, illustriert den Bahnhof nach der Einweihung. Anton bekommt den lukrativen Auftrag, den Bau der Albula-bahn bildlich zu dokumentieren. Um näher am "Geschehen" zu sein, zügelt er kurzentschlossen von Chur nach Filisur.
Vom Albulatunnel ist einiges an Baumaterial übriggeblieben. Auf
fallend ist der robuste Gerüste-wagen, welcher den Arbeitern bei der Verkleidung der Tunnelwand
dienlich war. Vor dem Bahnhof gibt es eine alte Drehscheibe. Im Hintergrund sieht man, wie viel Holz für die Gerüste nötig war.
Interessant, noch immer hängt der Schmuck der Eröffnungsfeier vom 1. Juli 1903 über dem Tunnelportal Einer der ersten fahrplanmässigen Züge fährt in Richtung Samedan, selbst die Arbeiter bestaunen die neue Eisenbahn. Neben der Station liegt das Gasthaus Spinas, urkundlich 1876 zum ersten Mal erwähnt als Restaurant Suvretta . Hier kann man erholsame Tage verbringen, lecker essen und seiner Seele Gutes tun.
*** Von Tirano nach Zermatt, eine historische Bahnreise ***









